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WEF in Davos: höchster Sicherheitseinsatz

Von | 23. Januar 2020|Aktuell, Expertise, Fachwissen, Lifestyle, Lifestyle, News, On Duty|

Die Wirtschaftselite tagt und die ganze Welt blickt auf einen kleinen Ort in den Schweizer Alpen. Beim 50. Treffen des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos treffen rund 3.000 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft aufeinander, um über globale Kernthemen zu diskutieren. Donald Trump und Greta Thunberg bilden die Spitze des prominenten Aufgebots und stellen die Sicherheitsverantwortlichen vor große Herausforderungen.

„Stakeholder für eine solidarische und nachhaltige Welt“, so das Motto der diesjährigen Veranstaltung. Die angespannte Weltlage und die hochkarätige Gästeliste mit Regierungschefs, erfolgreichen Visionären aus dem Silicon Valley und den mächtigsten Managern der Welt verlangen schärfste Sicherheitsmaßnahmen und eine minutiöse Planung.

Als international operierendes Full-Service-Sicherheitsunternehmen und Experten im Bereich Personen- und Objektschutz liegt unser Fokus natürlich auf den getroffenen Sicherheitsvorkehrungen, die wir im Folgenden für Sie zusammenfassen.

 

DIE AKTEURE

Neben privaten Sicherheitsdiensten sind Polizei und Militär rund um die Uhr im Einsatz. Dazu zählen Polizeikräfte aller Kantone und bis zu 5.000 Angehörige der Armee, die die Polizei seit 20 Jahren bei der Umsetzung des Sicherheitskonzepts unterstützt. US-amerikanische Behörden sowie der Secret Service arbeiten mit den Entscheidungsträgern vor Ort zusammen und sind bereits in die Vorbereitung eingebunden. Walter Schlegel, oberster WEF-Sicherheitschef, klärt bei einer Pressekonferenz am 20. Januar über Sicherheitsfragen auf und spricht von einer erhöhten Terrorgefahr, von der seit den Anschlägen 2015 in Paris weiter auszugehen ist. Konkrete Anschlagspläne liegen für die Schweiz und das WEF jedoch nicht vor. Auch Demonstrationen und Proteste von Klimaaktivisten und WEF-Gegnern bergen ein hohes Risikopotenzial und werden durch geschultes Personal und Einsatzkräfte betreut.

 

DIE VORKEHRUNGEN

Bei der Dichte an Sicherheitsmaßnahmen müssen Touristen und Anwohner mit Einschränkungen rechnen, die über den Veranstaltungszeitraum hinausgehen. So herrschen auch vor der Tagung bereits kontrollierte und gesicherte Zutrittsverhältnisse des Kongressgeländes. Während des WEF wird die Ortschaft Davos in Sicherheitszonen unterteilt. Hotels, das Kongresszentrum selbst und die beiden Flughäfen sind nur mit speziellen Ausweisen, Badges und nach Personenkontrollen zugänglich.

An allen Tagen gilt Flugverbot für Drohnen im eingeschränkten Luftraum. Das 2017 geschlossene Luftpolizeiabkommen zwischen der Schweiz und Österreich befähigt die Luftwaffe beider Länder, verdächtige zivile Luftfahrzeuge jederzeit zu identifizieren und falls notwendig einzugreifen. Die Armee leistet verstärkten Luftpolizeidienst ab dem Militärflughafen Payerne und sichert den Transport der VIPs vom Flughafen Dübendorf nach Davos. Dafür wurde eigens eine Schengen-Außengrenze mit Kontrollen eingerichtet.

Sprengstoffspürhunde unterstützen die Polizei bei Autokontrollen, Scharfschützen sichern den Kongressbereich und Personenschützer schirmen die prominenten Gäste ab – in Davos gelten strenge Handlungspläne in puncto Sicherheit. Bei mehr als 100 völkerrechtlich geschützten Personen, die sich zu Zeiten des WEF im Land aufhalten, sind enorme Ressourcen, eine präzise Organisation und Logistik unumgänglich, um einen reibungslosen, störungsfreien Ablauf gewährleisten zu können. Die Intensität der einzelnen Maßnahmen richtet sich nach der Gefahrenlage, die vorab individuell für jeden Gast von den Verantwortlichen eingeschätzt und bewertet wird.

 

Für Walter Schlegel sind diese vier Tagungspunkte besonders hervorzuheben:

  • der Besuch des US-Präsidenten
  • die Anti-WEF-Kundgebung
  • die Wanderung der Klimaaktivisten
  • das House of Switzerland

DIE WIRKUNG

Auch wenn die umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen für Besucher und Gäste mit Einschränkungen verbunden sind, scheinen diese überwiegend akzeptiert zu werden. Besonders für die Anwohner der Gemeinde zeigt die mediale Aufmerksamkeit zu Zeiten des WEF eine immense Werbewirkung, die mit einem Wert in zweistelliger Millionenhöhe beziffert wird. Dem stehen Sicherheitskosten von etwa 8,3 Mio. Euro entgegen. Sparen möchte Gemeindepräsident Tarzisius Caviezel allerdings woanders. Er berichtet der Deutschen Presse-Agentur, dass man bis 2025 ausschließlich auf emissionsneutrale Elektrofahrzeuge während des WEF umsteigen möchte, um die Umweltbelastung durch das erhöhte Verkehrsaufkommen zu reduzieren. Dies scheint in Zeiten, in denen das Thema Klimawandel allgegenwärtig ist, ein positives und vernünftiges Vorhaben zu sein. Beim Anblick der SUV-Kolonen von Regierungschefs und Top-Managern sicherlich eine ambitionierte Zielsetzung.

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