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„In the Land of the Free“ – die USITT-Conference 2019

Von | 26. November 2019|Aktuell, Fachwissen|

Im Frühling lädt das United States Institute of Theatre Technology (USITT) traditionell zu einer Konferenz ein. Was nach Deutschen Maßstäben eher kleinräumig und auf eine Nische beschränkt klingt, ist in
Wahrheit eine ausgewachsener Kongress mit angegliederter Branchenmesse und einem immensen Rahmenprogramm für eine vitale Industrie.

Eine Besonderheit dieses Kongresses ist, dass die USITT ihn traditionell an Hochschulstandorten stattfinden lässt, und zwar an Ausbildungsorten für traditionell-technische, so wie moderne Studiengänge aus der Welt der darstellenden Künste gleichermaßen. Erstmalig war ich im Jahr 2016 bei der Conference in Salt Lake City in Utah dabei. Und ich fand es sehr überwältigend, wie immens groß die Teilnehmerzahl aus studentischen Kreisen bzw. Berufsanfängern war.

„Theatre Technology“ ist dabei durchaus ein irreführendes Etikett, denn schon lange sind es nicht mehr ausschließlich die Theater bzw. deren Technik, sondern die USITT deckt das gesamte Berufsspektrum der Entertainment-Industrie ab: neben einem technischen Schwerpunkt in Ton und Licht (die USITT ist schließlich der „Erfinder“ des weltweit einheitlichen Branchenprotokolls DMX512), geht es natürlich auch um Gewerke wie Dekorationsbau, Kostüme oder Ausstattung. Organisatorische Themen dürfen natürlich nicht fehlen, wie z.B. „Stage Management“,„Occupational Health and Safety“ und „Architecture“.

In den zuletzt genannten Feldern waren mein Kollege Christian Buschhoff und ich nach Louisville (Kentucky) zur diesjährigen Konferenz eingeladen. Kentuckys größte Stadt (bekannt für Bourbon-Whiskey und für Pferderennsport) ist mit gerade einmal 600.000 Einwohnern nach US-Maßstäben eher eine Kleinstadt, aber dort fand die USITT Conferenceim kürzlich nach neuesten Anforderungen renovierten und überraschend nachhaltig organisierten Kentucky International Convention Centre zum 59. Mal ihren passenden Rahmen.

Wir hatten das Vergnügen, das Thema Besuchersicherheit in einem eigenen Themenslot von 90 Minuten aus aktueller Perspektive zu präsentieren. Trotz für Entertainmentmaßstäbe nachtschlafender Zeit am Samstag früh um acht Uhr konnten wir 30 konzentrierte Zuhörer für unsere ganzheitliche Sichtweise der Risikoanalyse begeistern, darunter auch Studierende der Colleges aus der Stadt. Der Seminarraum war ordentlich gefüllt, in Deutschland hat man oftmals weniger Resonanz. Wir waren im übrigen die einzigen beiden Redner aus Deutschland, die diese Chance bekommen haben, darauf sind wir ein bisschen stolz. Die sich im Anschluss ergebenden Gespräche waren nicht minder interessant und eröffneten neue Kontakte, u.a. zu einem bekannten Opernhaus einer amerikanischen Großstadt und vertieften bestehende, z.B. in die internationale Verbandsebene.

Daneben besuchten wir etliche „Streams“ zu bunt gemischten Themen, diskutierten fachlich und informierten uns über die Ansätze, die die amerikanischen Kolleginnen und Kollegen im Bereich der Aus- und Weiterbildung so wie im Rahmen der Normierung verfolgen. Ein „Standards-Meeting“ am letzten Tag rundete die Konferenz ab: hier treffen sich regelmäßig Branchenvertreter etwa der ESTA, der Event Safety Alliance und weiterer Akteure zur Abstimmung und Revision von Papieren, die dann im Zeitverlauf zu Berufs- bzw. Branchenstandards werden. Bei dieser Gelegenheit konnten wir viele Handelnde einmal persönlich kennenlernen, so wie andere wieder treffen, denn oft finden diese Meetings im Rahmen von Videokonferenzen oder in e-Mail-Runden statt, die jedoch die direkte Nähe und den face-2-face Dialog nur beschränkt kompensieren können.

Insgesamt ist es ein schönes Gefühl, von den US-amerikanischen Kollegen wahrgenommen, akzeptiert und geschätzt zu werden. Abseits politischer Entwicklungen treiben wir die Zusammenarbeit zwischen den Ländern, wenn auch sehr kleinschrittig weiter voran, denn wir alle wollen freiheitliche und sichere Veranstaltungen, so wie einen vergleichbaren Ausbildungsstand auf Augenhöhe. Wo ließe sich darüber besser verständigen, als im Land der unbegrenzten Möglichkeiten?

In einer globalisierten Welt sind Sport und Entertainment die besten Botschafter, Musik verbindet schließlich schon seit Menschengedenken. Daher sind wir dankbar, dass wir diese Chance nutzen dürfen, auch durch freundliche Unterstützung verschiedener Akteure, wie z.B. RAD Sicherheit.

 

Harald Scherer

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