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Die DIN 77200 erklärt

Von | 12. März 2020|Allgemein, Expertise, Fachwissen, Featured, News|

In den vergangenen Jahren ist die Nachfrage an Sicherheitsdienstleistungen stark angestiegen. Das wachsende Sicherheitsbedürfnis bedingt ein größeres Angebot an Wettbewerbern. Um die Leistungsfähigkeit von potenziellen Auftragnehmern vergleichen zu können, schafft die Normreihe DIN 77200 Transparenz.

Das Gefühl von Sicherheit mag subjektiv wahrgenommen werden, die DIN 77200 ist mit klar definierten Anforderungen hingegen ein objektives Qualitätssiegel für Sicherheitsdienstleistungen.

Für Auftragsausschreibungen, bei denen die Vergabekriterien neben dem Preis umfangreiche Sicherheits- und Qualitätsstandards umfassen, dient die Norm zur Vergleichbarkeit von Bewerbern. Eine Zertifizierung nach DIN 77200 erleichtert dem Auftraggeber die Wahl des passenden Sicherheitsdienstleisters und eröffnet diesem neue Kundenpotenziale. Das Zertifikat umfasst die Bereiche: stationäre SDL, mobile SDL und den Veranstaltungsdienst.

Was die Normreihe DIN 77200 beinhaltet, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen und unter welchen Kriterien das Zertifikat ausgestellt wird, fassen wir im Folgenden für Sie zusammen.

 

Wofür steht die DIN 77200?

Die von Branchenvertretern erarbeitete DIN 77200 dient öffentlichen und privaten Auftraggebern zur Konformitätsbewertung im Vergabeprozess von ausgeschriebenen Sicherheitsdienstleistungen. Sie schafft Transparenz und Eindeutigkeit in der Festlegung des Leistungsumfangs. Akkreditierte Stellen vergeben seit der Überarbeitung der Normreihe 2017 Zertifikate an Sicherheitsdienstleistungsunternehmen und belegen damit ihre Kompetenz und Qualitätsgüte. Anforderungen bezüglich Organisation, Personalführung und Arbeitsweise fließen in die Bewertung ein. Das Vorhandensein eines Qualitätsmanagementsystems (QMS) innerhalb der Unternehmensführung wird vorausgesetzt.

Diese sieben Anwendungsbereiche können nach DIN 77200 zertifiziert werden:

  • Stationäre SDL: Alarmdienst, Empfangsdienst, Kontrolldienst
  • Mobile SDL: Revierdienst, Interventionsdienst, Kontrolldienst
  • Veranstaltungssicherungsdienst: Sicherheitsdienstleistung bei Veranstaltungen

Wie läuft die Zertifizierung ab?

Im ersten Schritt wird ein Antrag bei der Zertifizierungsstelle eingereicht. Nach der Antragsprüfung findet das Audit bei dem Sicherheitsunternehmen vor Ort statt, alle Nachweise und Dokumente sind vorzulegen. Dem Unternehmen bleiben jetzt drei Monate, um mögliche Defizite aufzuholen und Prozesse zu optimieren, bevor die Zertifikatsentscheidung getroffen wird.

Nach der Erstzertifizierung erfolgt im ersten und zweiten Folgejahr ein Überwachungsaudit. Den Aufwand für die Unternehmen kann man mit einem Faktor 0,5 im Vergleich zur Erstzertifizierung ansetzen. Im dritten Jahr erfolgt ein Verlängerungsaudit. Hierfür rechnet man in etwa mit dem Faktor 0,75.

Die DIN 77200 teilt sich in drei Abschnitte:

  • Teil 1: Allgemeine Anforderungen an Sicherheitsdienstleister
  • Teil 2: Erweiterte Anforderungen an Sicherheitsdienstleister für besondere Leistungsbereiche (in Bearbeitung)
  • Teil 3: Zertifizierungsverfahren zur Konformitätsbewertung von Sicherheitsdienstleistungen nach DIN 77200-1

Welche Vorteile bringt die Zertifizierung mit sich?

Den Auftraggebern erleichtert das Zertifikat die Einschätzung, ob ein Sicherheitsunternehmen dem Anforderungsprofil entspricht und nötige Kompetenzen mitbringt. Für Sicherheitsunternehmen ist die Zertifizierung zwar mit Aufwänden verbunden, das Qualitätssiegel erhöht aber auch die Erfolgschancen bei Ausschreibungen. Die Norm umfasst zudem hohe Ansprüche an die Aus- und Fortbildung der Sicherheitsmitarbeiter, wofür ein internes Schulungs- und Weiterbildungsprogramm benötigt wird. Der intensive Zeit- und Ressourcenaufwand hält daher auch Unternehmen davon ab, die Zertifizierung anzugehen.

 

Welche Kriterien gibt es?

Die DIN 77200 umfasst eine Vielzahl von Anforderungen in unterschiedlichen Bereichen, die nachweisbar dokumentiert und wiederholt nachgewiesen werden müssen. Dazu zählen beispielsweise: Richtlinien, die den Datenschutz betreffen, Versicherungsnachweise, Unbedenklichkeitsbescheinigungen und Belege über Qualifikationen und Weiterbildungen der Mitarbeiter. Aufgrund der Vielzahl an Qualitätsmerkmalen ist die Zertifizierung als langfristiges und nachhaltiges Projekt anzusetzen und nicht von heute auf morgen umzusetzen. Ob sich die Kosten im Verhältnis zum Nutzen rechnen, muss jedes Unternehmen individuell für sich bewerten.

Als erfahrener Sicherheitspartner realisieren wir mit unseren qualifizierten Mitarbeitern Projekte für namhafte Unternehmen und Einzelpersonen. Wir freuen uns, dass uns die DEKRA Certification GmbH nach erfolgreicher Zertifizierung Sicherheitsdienstleistungen nach DIN 77200 bescheinigt.

Ihr #TeamRAD

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