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Sicherheit auf Festivals

Von | 28. August 2018|Aktuell, Fachwissen, News|

Die Sommersaison ist die geschäftigste Zeit für unser und andere Sicherheitsunternehmen. Für das Online Sicherheitsportal „SECmarket“ gab R.A.D Sicherheit Geschäftsführer Robert Ahrlé ein Interview über Großveranstaltungen und ihre sicherheitsdienstlichen Herausforderungen.

Es ist Hochsaison für Festivals und Open Airs. Während die Besucher der Großveranstaltungen wahrscheinlich schon das ganze Jahr darauf hinfiebern, planen die Security-Firmen im Hintergrund schon das ganze Jahr darauf hin. Und für die Sicherheit auf Festivals zu sorgen ist nicht immer einfach. Denn es wird vor allem ein Problem zu dieser Zeit besonders deutlich: der Personalmangel.

Denn dann stehen vor allem wiederkehrende Großevents auf dem Programm. Und die Tendenz geht hin zu noch mehr – Mehr Formate, mehr Besucher, mehr Arbeit. Der Besucher selbst bekommt kaum mit, was alles dahinter steckt, die Sicherheit eines Festivals oder Sportevents zu planen.

Laut der Versammlungsstättenverordnung VStättV, benötigt ein Veranstalter ab einer Besuchermenge von 5.000 Personen ein Sicherheitskonzept und einen Ordnungsdienst(leiter). Für viele Veranstalter zählt das aber schon eher zu den kleineren Events. Die Hochsaison der großen Festivals bedeutet für Sicherheitsmitarbeiter also Arbeit auf Hochtouren.

Mehr Formate – Ungenügend Personal

Robert Ahrlé, Mitgründer der R.A.D Sicherheit GmbH & Co KG, beschreibt die Saison aus Sicht der Sicherheitsdienstleister etwas gena­­uer: „Die seit Jahren übliche Auslastung liegt zu dieser Zeit bei etwa 80 Prozent. Das begründet sich zum Großteil durch wiederkehrende Veranstaltungen und Bestandskunden, zum Teil noch aus der Gründungszeit unseres Unternehmens vor 25 Jahren.“

Denn seitdem betreut die R.A.D regelmäßig die Sicherheit sämtlicher regionaler und überregionaler Großveranstaltungen, wie den Red Bull Flugtag, das Summer Jam Reggae Festival, Parookaville oder Sportevents auf den neuen/alten Formel 1-Rennstrecken in Frankreich und am Hockenheimring. Eine der bevorstehenden jährlichen Sommerveranstaltungen ist aktuell die gamescom.

Die Tendenz sei steigend. Bei Festivals gäbe es gerade im Bereich der elektronischen Musik zunehmend neue Formate, bspw. das „New Horizons“ am Nürburgring. Den Bedarf nach mehr Personal bejaht Ahrlé auch deshalb ganz klar, der existiere aber inzwischen das ganze Jahr über: „Der Bedarf nach qualitativ hochwertigem Personal besteht mittlerweile nicht nur in der Hochsaison. Vor allem gut ausgebildete und erfahrene Kräfte für Führungsaufgaben im Event-Bereich sind immer sehr stark gefragt.“

Dabei mache das Unternehmen schon viel in Sachen Recruiting. Anzeigen in der Fachliteratur, in verschiedenen Jobbörsen und in den Sozialen Netzwerken. Die Personalplanung selbst beginnt dann mit der Überlassung der Bau- und Ablaufpläne durch den Kunden, das kann ein halbes Jahr vorher sein, aber auch nur 6 Wochen.

Doch Planung ist noch mehr…

Steht das Personal, muss es natürlich noch ausreichend ausgestattet werden. Auch dieser Vorgang bedarf der genauen Abstimmung und gemeinsamen Planung mit der Veranstaltungsstätte sowie Produktionsleitung. Umso wichtiger ist gutes Führungspersonal mit Erfahrung, das in sämtlichen Situationen weiß, wie es agieren und umplanen muss. Und da gibt es einiges zu berücksichtigen.

Die Ausstattung der Sicherheitsmitarbeiter passt sich grundsätzlich dem Einsatzziel an. Hinzukommen Faktoren, wie:

  • Witterung,
  • Einsatzdauer,
  • Einsatzcharakter,
  • Demographie des Publikums oder
  • das Umfeld der Versammlungsstätte.

„Eine Bewaffnung oder Ausstattung mit Dingen, die unter das Waffenrecht fallen, sind illegal im öffentl. Veranstaltungsbereich und finden auch aus unserer Ideologie heraus keine Verwendung“, berichtet der R.A.D-Geschäftsführer Ahrlé. „Die persönliche ­Schutzausrüstung der einzelnen Mitarbeiter/Innen beginnt bei angepasstem Schuhwerk, teilweise gemäß Arbeitsschutz genormt und gekennzeichnet.“

Zum Einsatzzubehör gehören außerdem Handlampen, Funkgeräte, das Megaphon und Sonden zum Aufspüren von verdeckten Metallgegenständen. Unberücksichtigt bleiben darf keinesfalls der profane Sonnenschutzfaktor 50. Jedes Zubehör habe seine Daseinsberechtigung.

Für die Sicherheit auf Festivals kommen viele Einsatzbereiche zusammen

Sehr viele Tätigkeiten aus dem Security-Bereich kommen auf einem Event derart zum Tragen. So braucht es Mitarbeiter für den Objektschutz im Vorfeld und beim Rückbau im Anschluss (Diebstahl- und Vandalismusprävention). Während des Events finden Personen- und Gepäckkontrollen bei Besuchern und Fahrzeugen statt. Auch der räumliche Personen- oder Begleitschutz für die Akteure und Stars sowie Geld- und Wertverarbeitung nebst Transport zur Bankfiliale werden häufig angefragt.

Die Besuchersicherheit stehe in jedem Fall ganz oben auf der Agenda. „Das ist auch der Grund, weshalb ein Großteil der Venue SecurityKräfte eine medizinische Ersthelfer-Ausbildung vorweisen muss sowie Basics im Verhüten und Bekämpfen von Bränden“, ergänzt Ahrlé.

Zusätzlich müssen die Sicherheitskräfte regelmäßige Fortbildungsmaßnahmen absolvieren, wie Fahrsicherheits-und Deeskalationstraining. Das Unternehmen produziere außerdem für die Sachkundeprüfung nach § 34 a GewO selbst Lernvideos, als Hilfe zur Vorbereitung.

Die Kommunikation zum Publikum

Nicht zu vergessen sind die Maßnahmen, die erfolgen müssen, um das Publikum im Vorfeld und während des Events ausreichend über Sicherheitsmaßnahmen zu informieren.

Von Seiten der Veranstalter werden heutzutage durch die zahlreichen Kommunikationsmöglichkeiten über das Internet viele Informationen über diese Kanäle verbreitet. Zum Beispiel zur erlaubten Größe des Gepäcks, zu Gegenständen, die auf dem Veranstaltungsgelände nicht erlaubt sind sowie zu Anfahrts- und Wegbeschreibungen. All diese Vorab-Informationen helfen den Gästen sich auf die Veranstaltung vorzubereiten und erleichtern den Sicherheitskräften das Handeln und Kommunizieren vor Ort.

Auf dem Veranstaltungsgelände und gerade am Einlass werden Piktogramme zu verbotenen Gegenständen sichtbar aufgehängt, zusätzlich werden diese per Lautsprecher kommuniziert. Häufig werden sogenannte „Spotter-Teams“ eingesetzt, die Personen noch vor der Einlassschleuse auf zu großes Gepäck ansprechen oder eine Sichtung auf die Verfassung der Gäste vornehmen (überhitzt, betrunken, etc.).

Das Sicherheitsempfinden verändert sich

Nicht nur das öffentliche, auch das individuelle Sicherheitsempfinden hat sich aufgrund weltweiter Geschehnisse verändert. Der Meinung ist auch Ahrlé: „Das Bewusstsein über die Risiken einer Veranstaltung ist auch bei jungen Gästen vorhanden und bewirkt eine positive Resonanz auf sicherheitsrelevante Maßnahmen. So bemerken wir bei Veranstaltungen zum Beispiel immer wieder, dass die Gäste eine Taschen- und Körperkontrolle positiv annehmen und sich auch im Vorfeld mit den Sicherheitsbestimmungen der Veranstaltung auseinandersetzen.“

Im eigenen Unternehmen hätte es bisher glücklicherweise nur ein unerwünschtes Szenario gegeben, in dem ein Abbruch der Veranstaltung stattfand. Dabei handelte es sich um die Evakuierung eines elektronischen Musikfestivals, die aufgrund eines Unwetters und damit verbundener starker Windböen eingeleitet werden musste.  Die Evakuierung verlief zügig und niemand kam zu Schaden oder wurde verletzt.

Als unerwünschtes Szenario aus interner Sicht gilt auch ein unvorhersehbarer Ausfall der Mitarbeiterschaft, beispielsweise durch eine lange Verzögerung bei der Anreise. Das könne Prozesse auch sehr ins Schwanken geraten lassen, weshalb eine akribische Vorbereitung und ein Plan B immer empfehlenswert seien.

Sind Events im Winter sicherer als Events im Sommer?

Da Risikofaktoren und Gefahrenquellen nicht unmittelbar mit der Größe eines Events zusammenhingen, seien Veranstaltungen im Winter nicht sicherer als im Sommer. Der Geschäftsführer der R.A.D Sicherheit erklärt abschließend, dass es unzählige Faktoren gäbe, die die Sicherheit einer Veranstaltung beeinflussen können. „Dazu gehört zum Beispiel der Inhalt der Veranstaltung, der Veranstaltungsort, das Umfeld, die Zielgruppe und vieles mehr. Das Klima und die Größe der Veranstaltung sind somit nur zwei von vielen Gesichtspunkten.

Die Hochsaison der Festivals lässt in der Security-Branche also kein Zeitfenster für ein Sommerloch. Hier wird die Sommermonate hindurch genauso angepackt, wie auch im Winter.

Auf die Sicherheit mag die Größe der Veranstaltungen an sich keinen Einfluss haben, dennoch wird gerade bei Großevents und Festivals ersichtlich, wie dringend der Bedarf nach qualifiziertem Personal ist – vor allem im Führungsbereich ist die Nachfrage groß.

 

Danke an das Online Sicherheitsportal SECmarket

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