Insights gibt Ihnen Einblicke in die facettenreichen Gebiete rund um das Thema Security. Interessante Infos, News und Stories sowie Tipps & Tricks für Ihre persönliche Sicherheit.

INSIGHTS shares a look inside the many areas and aspects around security. Interesting infos, news and stories as well as tips and How-To‘s for your personal security.

T wie Türsteher

Von | 15. März 2018|Allgemein, Fachwissen|

Türsteher gehören heutzutage ganz selbstverständlich zum Straßenbild mittelgroßer bis großer Städte.

Sie bewachen u. a. Bars, Clubs und Diskotheken. Dennoch befürchtet eine Vielzahl von Bürgern noch immer das Kollidieren der Aufgaben der Sicherheitskräfte mit den Hoheitsrechten des Staates. Von solchen Ängsten und Befürchtungen herrührt die gelegentliche Kritik am Beruf des Türstehers. Gerechtfertigt ist diese deswegen allerdings noch lange nicht. Vielmehr gelten auch für sie klare Regeln: So verpflichten sie sich sowohl zum Verzicht auf Waffen als auch zum Tragen von Dienstkleidung bzw. eines Dienstausweises. Diese unterscheidet sich deutlich von den Uniformen von Polizisten und Mitarbeitern der Ordnungsämter. Auch daran zeigt sich: Ein Sicherheitsmitarbeiter verfügt über merklich weniger Rechte als die Polizei oder das Ordnungsamt.

Beschützen und Einschreiten

Türsteher haben wie jeder andere deutsche Bürger auch das Recht auf den Einsatz physischer Durchsetzung in Notwehrsituationen. Verboten ist ihnen jedoch das Eindringen in den Aufgabenbereich der Polizei. Vielmehr begrenzt sich ihre Zuständigkeit örtlich durch die Grundstücksgrenzen und die Persönlichkeitsrechte der Gäste. Gänzlich verboten ist ihnen das Erzwingen von Personenkontrollen oder -durchsuchungen. Solche Kontrollen können zwar ein Kriterium für den Einlass sein, unterliegen jedoch dem Gesetz der Freiwilligkeit. Übrigens haben Mitarbeitervon Sicherheitsdiensten im Einsatzfall grundsätzlich eine Pflicht zum Beschützen sowie Einschreiten im Notfall. Im strafrechtlichen Sinne sind sie Beschützergaranten für eine oder mehrere Schutzpersonen. Kommen sie dem nicht nach, können sie sich strafbar machen.

 

Durchsetzung des Hausrechts

Für ihre Auftraggeber setzen Türsteher auf die Durchsetzung des Hausrechts und der darauf basierenden Hausordnung. Das Hausrecht des Hausherrn schafft dabei Sonderrechte. So ist die Erteilung und Durchsetzung eines Hausverbots in dessen Rahmen keine Seltenheit. Eine weitere Möglichkeit ist eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs. Die sogenannten Jedermannsrechte ermöglichen es Türstehern und allen anderen Privatpersonen das Festhalten eines Täters am Tatort unter bestimmten Bedingungen. Bei dringendem Tatverdacht besteht unter anderem das Recht auf die Aufnahme der Personalien eines Verdächtigen. In diesem Zusammenhang verboten ist Türstehern anders als Polizisten allerdings die Anwendung jeglichen Zwang. Ebenfalls verboten ist den Türstehern das Abweisen von Einzelpersonen oder Personengruppen aufgrund ihrer Herkunft. Hierbei handelt es sich um einen Verstoß gegen das Antidiskriminierungsgesetz.

 

IHK Sachkundeprüfung

Sicherheitsmitarbeiter, die angestellt (bei einem Bewachungsunternehmen) oder selbstständig tätig sind, verpflichten sich laut Paragraf 34 a der Gewerbeordnung zum Ablegen einer Sachkundeprüfung bei der Deutschen Industrie- und Handelskammer. Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil. Die Kosten für die Sachkundeprüfung liegen derzeit zwischen 130 und 180 Euro. Von der Sachkundeprüfung befreit sind Personen mit einem für das Bewachungsgewerbe einschlägigen Beruf wie Werkschutzmeister, Werkschutzfachkraft oder Fachkraft für Schutz und Sicherheit. Ebenfalls befreit sind Personen mit Abschlüssen im Rahmen einer Laufbahnprüfung, so beispielsweise im Rahmen des mittleren Justizvollzugsdienstes oder mittleren Polizeivollzugsdienstes.

 

Der Verdienst

Für Sicherheitsmitarbeiter gilt eine in den Bundesländern unterschiedlich ausgestaltete tarifliche Grundvergütung. Türsteher vor Clubs beispielsweise bekommen in Nordrhein-Westfalen mindestens 10,75 Euro, in Brandenburg 9,80 Euro, in Bayern 9,81 Euro und in Thüringen 9,10 Euro pro Stunde. Hinzu kommen Zuschläge für Nachtarbeit sowie Sonn- und Feiertage.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.