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Weihnachtsmärkte

Von | 28. November 2018|Aktuell, Allgemein|

Die Sicherheitsvorkehrungen städtischer Weihnachtsmärkte steigen stetig und gliedern sich in Personal, Technik und bauliche Veränderungen.

Anwendung bereits bestehender Sicherheitskonzepte

Die Zuständigkeit für lokale Sicherheitskonzepte obliegt prinzipiell den Städten und Gemeinden. Diese müssen nicht nur die Märkte organisieren, sondern auch Sicherheitskonzepte erstellen und sämtliche Maßnahmen mit Veranstaltern und Polizei absprechen.

Bisher bauen die Sicherheitsbehörden überwiegend auf Konzepte, die schon in den letzten Jahren Anwendung fanden. Hierzu zählt die Errichtung von Barrikaden, Betonblöcken und Lkw-Fahrverboten. Teilweise sollen sogar Wassersäcke als Zugangsbarrieren und Straßensperrungen für mehr Sicherheit dienen. Hinzu kommt die Bereitstellung von zusätzlichem Wachpersonal.

Veranstalter, Betreiber von Ständen sowie Schausteller sollen besonders sensibilisiert werden und Auffälligkeiten unmittelbar an Ordnungspersonal weitermelden. Bereits im Vorfeld werden Gespräche zwischen Veranstaltern, Polizei und kommunalen Gebietskörperschaften durchgeführt. Durch gemeinsames Handeln soll die Sicherheit auf den Märkten gewährleistet werden. Sichtbare Präsenz von uniformierter und ziviler Polizei sowie zusätzlichem Sicherheitspersonal soll durch Videoüberwachung ergänzt werden.

Teilweise werden die Zugänge zu Weihnachtsmärkten von bewaffneten Polizeibeamten geschützt. Sogar zwischen einzelnen Buden sind Zivilstreifen unterwegs, auch um Taschendiebstähle zu vermeiden. Nachts werden häufig private Sicherheitsdienste eingesetzte um Zugänge zu den Marktplätzen zu kontrollieren oder die, auf dem Markt befindlichen Bauten und Objekte vor Diebstahl und Vandalismus zu Schützen.

Aktionsplan der EU

Auch die EU ist sich der Gefährdung von Weihnachtsmärkten bewusst und stellt den Mitgliedsstaaten in einem Aktionsplan 100 Millionen Euro zur Verfügung. Der Betrag dient dem Schutz des öffentlichen Raums und solle den Umbau von Innenstädten ermöglichen, um diese besser vor Gefährdern zu schützen. Experten verschiedener Länder sollen Leitfäden erstellen, um „öffentliche Räume“ sicher zu machen ohne den offenen Charakter von Straßen, Plätzen oder Märkten zu beeinträchtigen. Die EU nennt den Plan „security by design“. Das Konzept beinhaltet unter anderem Haltestellen, Bänke, die im Boden befestigt sind und verkehrsberuhigte Zonen, die sogar absenkbare Bordsteine mit einbezieht.

Bauliche Sicherheitsvorkehrungen

Sind Barrierefreiheit und Sicherheit Widersprüche? Welche Auswirkungen hat es, wenn Schutzmaßnahmen in Innenstädten deutlich zu erkennen sind? Sitzbänke und Wartehäuschen können so hergestellt und verankert werden, dass sie zwar Fahrzeuge abschirmen, aber dennoch nicht an eine ständige Bedrohung erinnern. Absenkbare Metallpoller ergänzen Betonbänke, um Anwohnern die Durchfahrt zu ermöglichen. Genauso können Barrieren so in das Stadtbild integriert werden, dass sie von Menschen angenommen werden und nicht das Gefühl vermitteln, in ständiger Angst leben zu müssen. Vielleicht werden einige Weihnachtsmärkte zukünftig auf Plätzen stattfinden, die das ganze Jahr besser gesichert sind und durch mobile Sperren ergänzt werden.

Personelle Sicherheitsmaßnahmen

Viele Veranstalter von Weihnachtsmärkte arbeiten schon seit Jahren mit privaten Sicherheitsdiensten zusammen und setzen auf eine Kooperation zwischen Polizei und privaten Sicherheitsunternehmen. Andere sehen kein Risiko und haben daher auch keinen Grund, erhöhte Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Jedoch haben Polizei und Sicherheitsdienste die Aufgabe, sowohl präventiv als auch deeskalierend in Erscheinung zu treten. „Auffällige“ Personen können unter Umständen begleitet und gemeldet werden. Sicherheitsdienste können Besucherströme „lenken“, sodass es auf Weihnachtsmärkten an engen Stellen nicht zu „Staus“ oder gar Rangeleien kommt.

Kostendeckung

Trotz umfassender Diskussionen über die weitere Sicherung der Weihnachtsmärkte konnte die Finanzierung nicht abschließend geklärt werden. Die Kosten für Polizeibeamte werden wohl von den jeweiligen Bundesländern übernommen, während die Entgelte für private Sicherheitsdienste von den Kommunen oder Veranstaltern der Märkte zu tragen sind. Teilweise wird versucht, diese Kosten durch hohe Standgebühren zumindest teilweise wieder einzunehmen. Andere Kommunen sagen, dass nicht geplant sei, Kosten für Sicherheitskonzepte auf die Budenbetreiber oder Schausteller umzulegen.

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